Einleitung

 

Eigentlich sollte in dieser Chronik nur vom Faustball in Rothenbach die Rede sein. Doch viele interessierte Anhänger dieses schönen Volkssports haben mit ihren historisch wertvollen Fotobeiträgen auch auf den Turnverein aufmerksam gemacht. Es wäre schlecht nachvollziehbar, wenn gerade dieser Abschnitt der Vereinsgeschichte keine Erwähnung finden würde, aus dem der Faustballverein hervorgegangen ist.

                                                                                                                     Wolfgang Kolbe (verstorben 1972)

 

Juli 1885

 

Gründung des Turnvereins Rothenbach (TVR) am 04. Juni 1885 mit 12 Personen

 

  • Emil Simon (Vorsitzender)
  • Emil Ruder (Vizevorsitzender)
  • Richard Müller (Kassierer)
  • Richard Heimer (Schriftwart)
  • Hugo Hangtz
  • Wilhel Flehmig
  • Max Schubert
  • Emil Hans
  • Hermann Geithner
  • Ernst Lorenz
  • Bernhard Albert
  • Robert Kain

 

Nach einem Auszug aus der ,,Sport-Woche" als Beilage der Glauchauer Zeitung vom 09. September 1935 ist folgendes zu dieser Zeit erwähnenswert:

 

  • Turnen im Saal des ,,Emil-Wagnerschen" Gasthofes auf dem Berge
  • 1887 pachtete man von der Gräflichen Herrschaft ein Grundstück für den Turnplatz (unser heutiges Faustballgelände) zu 15,- Reichsmark/pro Jahr
  • Errichtung einer kleinen Bude, danach die größere ,,Turnbude"
  • 31. Mai 1913 Pacht einer Wiese (15,-RM/Jahr) von August Nitzsche (Albertsthal) als Faustball-Spielplatz
  • am 05. und 06. Juni 1914, 17. Gauturnfest in Rothenbach
  • 26. September 1914 Turnfreund Edmund Grimm erster gefallener des Krieges

 

Die Namen aller Gefallener im 1. Weltkrieg sind auf dem 1922 errichteten Ehrenmal (Bild2) gut erkennbar.

 

Musterriege des Turnvereins Rothenbach-Albertsthal zum 12. Deutschen Turnfest in Leipzig v. 12. - 16. Juli 1913

 

 

 

Weihe eines Ehrenmals für die gefallenen Turnbrüder im 1. Weltkrieg am 25. Februar 1922

 

 

Das Denkmal wurde abgerissen, da das damals von der Herrschaft Schönburg-Glauchau gepachtete Gelände an die Anlieger verkauft wurde (ca. 1932 !)

 

 

Aufnahme auf Turnplatz Rothenbach etwa vor 1916/17 (links die Ecke der Turnbude erkennbar)

 

 

 

  • Am 07. Februar 1920 bildete sich die Riege ,,Roscher"
  • 22. April 1922 Gründung einer Damenabteilung mit 25 Turnerinnen
  • Otto Schubert wurde am 30. Dezember 1923 Vereinsleiter. In dieser Zeit lag auch die Aufnahme geregelten Faustball-Spielbetriebes (Sachsenland)

 

1924 - Gründungsjahr des Faustballvereins in Glauchau-Rothenbach

 

  • Zur Zeit der Jahrhundertwendebestand in Glauchau/ Rothenbach ein Turnverein. Neben dem Turnen wurde das Faustballspiel durchgeführt.
  • Erstmalig nahm eine Faustballmannschaft im Jahre 1924 an Punktspielen der damaligen GAULIGA teil.
  • Als erster Vereinsführer fungierte Kurt Pätzold

 

Die Mannschaft der ersten Stunde

 

v.l.n.r.: Kolbe M., Schubert O., Pätzold K., Schubert M., Müller F.

 

 

Turn- und Faustballverein

 

  • Am 30. August 1924 Gründung einer Vereinskapelle und Anschaffung von Schalmeien-Instrumenten
  • Am 24. Juli 1926 würdige Weihe der neu beschaffenen Vereinsfahne

 

 

Kranzniederlegung am Ehrenmal der im 1.Weltkrieg Gefallenen des TVR (Aufnahme zwischen 1924 und 1932)

 

 

Fahnenweihe 24 Juli 1926

 

vor Albertsthaler Str. 5, 7, 9

1.Reihe v.l.n.r. Erfurt Paul, Kirmse Walter (Fahnenträger), Gerischer Fritz

2.Reihe v.l.n.r. Martin Max, Hoyer Paul, Hoyer Richard

 

 

 

20. Februar 1927 Männer-Partie der Riege ,,Roscher" auf dem Fichtelberg

 

 


 

Ausflug mit Frauen 1928

 

 

 

Sommerausflüge zwischen 1925 und 1930

 

 

 

Schauturnen der Männer und Jugend auf dem alten Turnplatz um 1929

 

 

 

zwischen den Jahren 1930 - 1945

 

  • großes Faustball-Turnier auf der ,,Rosenwiese" zwischen der General-Hammer-Kaserne und Pestalozzi-Straße (heute Robert-Koch-Siedlung) mit dem Sachsenmeister

 

Historische Aufnahme um 1930

 

unten knieend v.l.n.r.: Deike Fritz, Schubert Max, Schubert Otto, Pätzold Kurt, Müller Fritz, Kolbe Max

ganz rechts stehend: Stiegler Kurt

 

 

Klingenthal Turnerausfahrt in Freiberg ca. 1932

 

 

 

  • Mannschaftsaufstellung am 26. Juni 1932 - so könnte sie an der Sachsenmeisterschaft in Kötzschenbroda teilgenommen haben

Turnplatz Rothenbach (vor Haus Kühnert)

 

v.l.: Gerischer Fritz, Pätzold Kurt, Hoyer Paul, Geßler Willy, Kolbe Max

 

2 Gruppenfotos von Faustball-Spielern TVR auf dem Turnplatz

 

 

  • am 17. Februar erfolgte der Ankauf des Turnplatzes

 

50-Jahrfeier des Turnvereins Rothenbach

Artikel aus der Sport-Woche vom 09. September 1935

 

 

 

 

  • 1938 war man voll mit dem Platzbau beschäftigt. Massen an Erdbewegungen waren notwendig und das nur mit Spaten und Kipplore!
  • Seltsamerweise befinden sich unter den abgebildeten ,,Kraftprotzen" keine Faustballer - ein gutes Zeichen dafür, dass sich die Einwohner der eingemeindeten Ortschaft mit dem Sportverein verbunden fühlten

 

 

 

 

  • leider wirkte der negative Einfluß der Faschisten auf den Sport (Verbot der Arbeiter-, Turn- und Sportvereine) wie ein Hemmschuh für die weitere Entwicklung des Faustballs, vor allem auch international gesehen
  • durch den barbarischen 2. Weltkrieg erlosch dann, wie alles sportliche, selbstredend auch das Faustball-Leben

nach 1945

 

  • Als der Frieden Einzug gehalten hatte, war das Verlangen der Menschen groß, wieder einer Freizeitbeschäftigung nachzugehen. In Rothenbach war es vor allem der Faustballsport. Der alte Stamm unter Walter Kühn, Walter Hammer (genannt "Samel"), Fritz Müller, Walter Ludwig, Helmut Lorenz, Kurt Pätzold, Karl Köhler, Walter Krzywan, Richard Hoyer u.v.a. meldeten sich zurück und bildeten mit der nachrückenden Jugen die ersten Mannschaften für einen Spielbetrieb.
  • 1950 wurden die Faustballer des TV Rothenbach von der Betriebsgemeinschaft (BSG) ,,Fortschritt" Glauchau übernommen. Trägerbetrieb war die VE Weberei Einheit/Palla. Dort in der Zentrale waren alle Sektionen bei den Sortfreunden Ernst Opitz, Heinz Zenker und ab 1972 Dieter Stock in festen Händen.
  • 1950/51 wurde Sportfreund Walter Kühn zum Sektionsleiter der Faustballer in Rothenbach gewählt (ein Glückstreffer in allen Belangen für das Wohl des Vereins!). Organisieren von spannungsgeladenen Turnieren, die Arbeiten an Platz und Heimbauten, die Jahresversammlungen, Fahrten und gesellige Vergnügen mit Angehörigen, wie Fasching, Tanz, Lichtelabende usw. war seine Welt. Die letztgenannten Veranstaltungen waren für den festen Zusammenhalt des Vereins ein ganz wichtiger Faktor. Unter seiner Regie wurde die Sektion von ,, Fortschritt" Glauchau eine Hochburg im Faustball der DDR.
  • Eine von den jüngeren Mannschaften bildete sich mit Günther Steinbach, Gotthard Grimm, Günter Pätzold, Karl-Heinz Kirmse, Hans Schneider, Wolfgang Kolbe ein erstes schlagkräftiges Team, was sich im Bezirk Karl-Marx-Stadt Respekt verschaffte.
  • Wolgang Kolbe, der aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt war, konnte von Günther Steinbach brieflich für den Faustball-Sport gewonnen werden.
  • Mit dieser Aufstellung gelang den Rothenbachern der erste größere Erfolg:
  • Der Aufstieg in die DDR-Liga am 19.04.1953 in Zwickau
  • Nun wurden die Gegner stärker und mangels Rasenplatz die Anfahrtsstrecken an den Punktspieltagen weiter. Dafür stellte der Trägerbetrieb ein Fahrzeug mit dem zuverlässigen Fahrer Werner Flähmig, der in seiner freizeitarbeit bald zum Faustballfan wurde, zu Verfügung.
  • Auch das Faustballspiel im Allgemeinen hatte sich geändert. Gefragt waren Rückschläger, die einen kraftvollen, scharfen Schlag beherrschten, Rundschläge oder das Spiel an der Leine, wie Zieher und Runterfaller, wurden weiter angewendet, wenn es die Situation ergab. Diese Eigenschafteines Kraftvollen Rückschlages brachte Günther Steinbach mit aufs Spielfeld und wurde dazu von Gotthard Grimm als Mittelmann und Heber ausgezeichnet bedient.
  • Günther Pätzold stand als Linkshäner auf der rechten Seite am richtigen Platz.
  • Um diese Zeit war es, als sich mit Alfred Rosenberger ein Abwehrspieler aus der nachrückenden Jugend mit seinen sportlichen Leistungen einfügte.
  • Dieses Team mit seinem sportlichen Ehrgeiz erlangte damit Vorbildcharakter.
  • Am 28. August 1953 würdigte Oberbürgermeister Guido Gellert den Bau eines Faustball-Platzes in Rothenbach, der in 2150 freiwilligen Arbeitsstunden errichtet wurde
  • 1954 Teilnahme einer Mannschaft am 1. Deutschen Turn- und Sportfest in Leipzig (Platz 4)
  • Nach 1954 Abriß der ,,alten Turnbude". Errichtung einer kleineren Unterkunft aus dem gewonnen Material.
  • Schlüsselübergabe durch Bürgermeister Walter Voigt (Amt: 54 - 65)